Yoga im Herbst: 7 Tipps zum Loslassen

von Silke

Für mich ist der Herbst ein Fest für die Sinne! Ich liebe es, wenn der intensive Duft nach Erde und getrocknetem Laub in meine Nase steigt, die Luft klar und frisch ist. Die Bäume leuchten in den schönsten Farbtönen. Unter meinen Füßen raschelt das Laub. Hat sich der morgendliche Nebel verzogen, kommt die Sonne hervor (na gut, manchmal lässt sie sich etwas bitten). Sie taucht die Welt in ein warmes, goldenes Licht. Und was gibt es Schöneres, als nach einem Herbstspaziergang in der Wohnung Kerzen anzuzünden, eine Tasse Tee zu trinken und einfach zu SEIN? Der Herbst lädt geradezu dazu ein, einen oder auch zwei Gänge runterzuschalten.

Herbst und Yoga?!
Aber was hat der Herbst nun mit Yoga am Hut? Abgesehen davon, dass wir den Baum üben und damit die Standfestigkeit, Verwurzelung und Erdung der Bäume mit unseren Füßen nachempfinden?

Für mich steht der Herbst auch für Loslassen – eines der essenziellen Themen im Yoga. Die Bäume entledigen sich ihres Gewandes, ihres Ballastes: Was sie nicht mehr brauchen, lassen sie los. Sie ziehen sich so Stück für Stück zurück und schaffen Raum, um Neues wachsen zu lassen, wenn die Zeit dafür gekommen ist. Für mich hat diese Prozedur etwas von Pratyahara, dem Rückzug der Sinne. Es ist als würden die Bäume in eine tiefe Meditation versinken, aus der sie im kommenden Frühjahr voller Kraft neu erblühen. Damit symbolisiert der Herbst für mich das, was wir im Yoga und damit in unserem Leben anstreben: immer wieder Verbrauchtes und nicht mehr Benötigtes loslassen – und damit meine ich ein liebevolles Loslassen, kein unachtsames Fallenlassen –, nach innen schauen und mit frisch gewonnener Energie Neues gedeihen lassen.

Sieben Anregungen, die uns beim Loslassen unterstützen:

 

Schaffe Klarheit
Eine geordnete Umgebung bringt Klarheit in deine Gedanken. Räume auf, miste Schränke und Schubladen aus, bearbeite Papierberge – kurzum: Schaffe Ordnung! Und sei so ehrlich, auch Bereiche anzupacken, die du gern übersiehst. Du wirst erstaunt sein, wie klar dein Geist wird.

Höre in dich hinein
Frage dich ehrlich, was dich möglicherweise blockiert und dir deine Energie raubt. Gibt es Dinge, festgefahrene Muster, Beziehungen u. a., die dich daran hindern, aus dir heraus zu wachsen? Dinge, die du seit Längerem in die Wege leiten oder klären möchtest? Vielleicht auch etwas, von dem du im Grunde deines Herzens weißt, dass du es doch nie machen wirst – du im Grunde also an einer Illusion festhältst? Schreibe alles auf, was dir einfällt – am besten per Hand! Dann priorisiere deine Notizen. Was raubt dir am meisten Energie? Was ist dir am wichtigsten?

Gehe Schritt für Schritt vor
Es ist an der Zeit, das ein oder andere liebevoll ziehen zu lassen. Packe nicht alles auf einmal an. Manchmal hilft es schon, an einer Stellschraube zu drehen und die anderen Dinge verändern sich ebenfalls.

Finde deinen Weg
Es gibt unzählige Möglichkeiten, sich zu sammeln und etwas loszulassen. Wunderbar sind z. B. stille Spaziergänge in die Natur. Atme die erdige, frische Herbstluft ein, spüre den Boden unter deinen Füßen. Konzentriere dich nur darauf. Grüble nicht und sperre die Gedanken nicht in deinem Kopf ein. Öffne den Käfig und entlasse sie in die Freiheit. Zelebriere diese Form der Gehmediation und übe dich ganz allgemein im Ziehenlassen der Gedanken.

Praktiziere Yoga
Im Yoga fördern besonders Vorbeugen und Hüftöffner die Fähigkeit des Loslassens. Ich persönlich liebe die Taube, die beides ganz wunderbar vereint. Genieße das tiefe Loslassen in dieser Position, wenn du deinen Körper vorher mit einigen Sonnengrüßen ordentlich in die Gänge gebracht hast.

Akzeptiere Grenzen
Loslassen beginnt mit Akzeptanz. Denn manches ist einfach, wie es ist. Beliebtes Beispiel: Der Stau, in dem du feststeckst. Du hast einen wichtigen Termin, aber kommst nicht voran. Selbst wenn du keinen Termin hast, flippst du aus, weil Stillstand herrscht und du keine Kontrolle über die Situation hast. Bloß: Was bringt’s? Genau, außer Energieverlust und hohem Blutdruck rein gar nichts! Ich bin überzeugt, es gibt im Leben auch weniger offensichtliche Situationen oder Dinge, auf die Ähnliches zutrifft: Du kannst oder möchtest aus Gründen, die vielleicht niemanden etwas angehen, etwas nicht loslassen. Also was tun, wenn sich trotzdem etwas ändern soll? Akzeptiere, wie es ist, aber verwende keine Energie mehr darauf, dich zu ärgern oder jemanden ändern zu wollen – die einzige Person, die du verändern kannst, bist du! Verändere deinen Blickwinkel darauf (bringe im Yoga dein Herz über den Kopf und es muss nicht gleich der Kopfstand sein).

Übe dich in Geduld
Das betrifft sowohl das Loslassen, das nicht von heute auf morgen funktioniert, als auch die Akzeptanz. Für die Geduldsprobe praktiziere Yoga und zwar regelmäßig! Nach einiger Zeit wirst du spüren, wie dein Geist ruhiger und gleichzeitig beflügelt wird. Selbst die vermeintlich unlösbaren Dinge werden zu Herausforderungen, die das Leben so schön bunt machen!

4 Kommentare

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4 Kommentare

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Silke 25. November 2014 - 9:47

Dankeschön und danke für Tipp Nr. 8, den habe ich erst kürzlich praktiziert ;-)
Freue mich, wenn Du vorbeischaust!
Liebe Grüße an Euch beide, Silke

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Oliver 21. November 2014 - 9:47

Tipp Nr. 8: mach mal Yoga Urlaub und übe dort fleißig den Löwen ;-)

Toller Artikel, liebe Silke – komme im Januar zur Yogastunde zu dir!

Sonnige Grüße von der Algarve, Oliver

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Silke 20. November 2014 - 9:47

Liebe Daniela,
wie schön, das zu lesen – es berührt und freut mich sehr. Ich hoffe, Du fühlst Dich wunderbar und leicht mit dieser Entscheidung.
Alles Liebe
Silke ♥

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Daniela 19. November 2014 - 9:47

Liebe Silke, wie sehr du mir aus dem Herzen sprichst. Eben diesen Weg hab ich gewählt in den letzten Wochen und in mir eine Frage getragen und bewegt .. letztendlich eine Entscheidung gefällt.

und es scheint als hättest du von mir geschrieben, wie schön meinen Weg hier in Worten zu lesen. Danke.

✿◠‿◠) ………………… ♥

Mit Herzensgrüßen aus Tirols Bergen
Daniela

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