Shauca – tägliches Duschen reicht nicht!

von Jeanette Luft
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Heute Morgen hat es mich getroffen wie einen Blitz. Ich verwende jeden Tag ca. 20-30 Min im Bad. Ich dusche und creme, putze die Zähne, kämme die Haare und noch so manches mehr. Es ist für mich selbstverständlich – ich stelle es nicht in Frage.

Dieses Morgenritual hilft mir mich gut zu fühlen und nebenbei stinke ich meine Mitmenschen nicht voll. In Bezug auf meine tägliche Meditationspraxis, sieht es da schon anders aus. Ich bin, was die Reinigung und Pflege meines Geistes an geht, kompromissbereit. Muss die Wäsche erst noch gewaschen oder der Müll runtergebracht werden, kann es schon sein, dass ich die Meditation dafür sausen lasse.

Ich frage mich: Warum lasse ich bei diesem Thema nur mit mir verhandeln?

Ist es denn nicht viel wichtiger den Geist in Schuss zu halten? Zu reflektieren was sich im Kopf so eingenistet hat: Vorurteile, ungute Glaubenssätze und Verhaltensweisen? Kann ich damit meinen Mitmenschen nicht viel mehr schaden, als mit einer ausgesetzten Dusche? Schon der gute Patanjali antwortete auf diese Fragen mit einem klaren Ja und nannte es Shauca.

Die Reinigung von innen und außen. Natürlich findet auch Patanjali die äußere Hygiene wichtig, doch viel mehr interessiert ihn die Sauberkeit des Geistes. Jeden Tag auf´s Neue die Beziehung zu sich selbst und andere zu betrachten. Erwartungen an sich runterzuschrauben und auch andere so sein zu lassen wie sie sind. Glaubensätze, die nicht guttun entdecken und in Positive umwandeln. Shauca erinnert daran sich nicht in Oberflächlichkeiten und Alltäglichem zu verlieren.

Hierzu ist es wichtig eine regelmäßige Yogapraxis zu etablieren. Denn Yoga, mit all seinen Elementen hilft uns, Shauca auch wirklich in die Tat umzusetzen. Durch Pranayama, Asana, Meditation und Kriya können wir Schicht für Schicht Müll loswerden und die Seele strahlen lassen.

Eine meiner liebsten Übungen für die Geist-Hygiene ist „den Geist brabbeln lassen“. Wie diese Meditation geht erfährst Du hier:

Mache es Dir im Sitzen gemütlich. Mit den nächsten Ausatmungen schicke eine Entspannungswelle durch den Körper und werde dabei ruhig. Bringe Deine Wahrnehmung mit der Zeit zum Atem und spüre wie der natürliche Atem kommt und geht und dabei den Bauch sanft mitbewegt. Irgendwann bemerkst Du einen Gedanken oder bist schon mittendrin in einem Dialog mit Dir selbst. Betrachte diesen Dialog ein wenig. Welche Gedanken gibt es? Um welche Themen geht es? Sind es die ganz großen Lebensthemen oder eher Alltagsbanalitäten? Kehren die gleichen Gedanken immer wieder oder sind es unterschiedliche? Sei dabei ein interessierter Beobachter.

Betrachte mit einer amüsierten Haltung was da passiert. Und komme dann irgendwann wieder zurück zum Atem. Bis Du den nächsten Gedanken aufziehen siehst. Nach einer Weile beende die Meditation und schnappe Dir Stift und Papier. Schreibe nun auf was Du erlebt hast. Die Themen, um die es ging, Glaubenssätze, Verhaltensweisen etc. einfach alles was Dich beschäftigt hat. Und Hinterfrage kritisch, die Intention dieser Gedanken – wenn sie hilfreich sind und Dir guttun, bleibe dabei. Wenn Du aber ein Gedankenmuster entdeckst, dass weder Dir noch anderen hilft, dann überlege wie Du den Gedanken in einen positiven umformulieren kannst. Also statt: „Das schaffe ich sowieso nicht“, lieber überlegen was brauche ich damit es gelingt und vergegenwärtigen was Du schon alles erreicht hast.

Die Meditation wird Dir helfen Dich und Deine Gedanken besser kennenzulernen. Denn nur, wenn Du Dich intensiv damit auseinandersetzt, kannst Du auch wirklich Müll in den Container werfen. Viel Spaß beim Sauber Machen. Dieses und andere Themen aus der Yoga Philosophie bekommen einen Platz im Yoga Pur Retreat in Griechenland, Mai 2020. Ich freue mich, wenn Du dabei bist!

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