Bye Bye Reizüberflutung: Schärfe deine Sinne

von Kathrin Schünemann
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Wir sind es mittlerweile gewohnt unsere Sinne voll geöffnet zu halten. Fast alle, fast den ganzen Tag, alles steht auf Empfang. Am liebsten gleichzeitig. Ich koche, im Hintergrund flimmern Bilder wild auf dem Fernseher, die Musik laut, nebenbei noch schnell im Netz gesurft, das Telefon klingelt.

Hört sich das bekannt an? Reizüberflutung. Auch für unsere Sinne. Multitasking. Es ist noch gar nicht lange her, da wurde dieses Wort regelrecht gefeiert. Auf mehreren Kanälen gleichzeitig funktionieren wurde plötzlich erstrebenswert. Ist es im Job noch immer, trotz der vielen Burn-Out’s. Dabei tickt die Zeit keine Sekunde schneller, warum haben wir es nur so eilig? Ich nehme mich nicht aus, habe ich es doch gerne besonders eilig. Und trotzdem am Ende des Tags keine Zeit über. Im Gegenteil, ich wollte doch noch….

Der Trend: Rückläufig. Der Plan: Reduktion.

Schnell ist klar geworden, wir neigen dazu uns zu übernehmen. Möglichst viel, möglichst schnell, effizient, fehlerfrei selbstverständlich. Bestimmt auch ein Grund, warum Yoga und Meditation so gefragt sind. Daneben gibt es natürlich jede Menge anderer Möglichkeiten, sein eigenes Tempo (wieder) zu finden und mit Dingen umzugehen. Bewusst zu entscheiden, was will ich. Wann. Und wie viel davon. Wobei man sich selbstverständlich auch mal für die völlige Reizüberflutung entscheiden kann! Manchmal darf es gerne etwas mehr sein, eben nur nicht immer.

Das Experiment:

Bist du dabei? Wie ist es eigentlich, beim Essen nur zu essen? Dabei kein Fernsehen, keine Musik, kein Internet, kein Telefon, keine Gesellschaft. Nur essen. Langsam. Total langweilig? Gut, dann hätte ich was für dich: Achte auf deine Sinne. Nimm sie einzeln, nacheinander und ganz bewusst wahr:

  • Visuell: Schau dir dein Essen an. Und zwar genau. Nimm alle Farben wahr, Formen, Grössen. Auch wie du dein Essen angerichtet hast. Und worauf.
  • Olfaktorisch: Wie riecht dein Essen? Ich bin sicher, da gibt es mehr zu erschnüffeln, als einfach lecker! Schnuppere mal! Geh nah ran, was genau riechst du, nimm Unterschiede wahr.
  • Gustatorisch: Jetzt darfst du endlich schmecken. Nimm jede Nuance war. Schärfe, Süsse, die Gewürze, die du benutzt hast; findest du sie wieder?
  • Kinästhetisch: Wie fühlt es sich an im Mund? Achte auf Temperatur, Konsistenz und was sich verändert, wenn du kaust.
  • Auditiv: Was hörst du? Hör genau hin, jedes Knacken, Schmatzen, Pusten. Auch die hmmmmm’s!

Esse bewusst, langsam. Probier es aus, achte ganz genau auf das, was du wahrnimmst. Zum einen setzt du damit einen klaren Fokus, zum anderen ist das ist eine wunderbare Möglichkeit deine Wahrnehmung zu schärfen und den verschiedenen Kanälen Raum zu geben dir Details zu zeigen. Details, die du beim Essen so nebenbei vielleicht gar nicht mitbekommst. So erweiterst du deine Möglichkeiten auch in anderen Lebenslagen. Du kannst immer mal innehalten und genau hinschauen. Hinhören. Oder beobachten, wie sich etwas anfühlt, was etwas in dir auslöst. Schärfe deine Sinne, sei bei dir. Wir müssen nicht immer und permanent auf allen Hochzeiten gleichzeitig tanzen! Nur manchmal…. :-)

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