Easy Yoga: Lieb sein ist das neue Schwarz!

von Christina Waschkies

Es ist wahnsinnig verlockend, wenn alle um dich rum durch ihr fünfzehntes Vinyasa pushen: Du möchtest mithalten. Du kannst eigentlich auch noch, obwohl dein Atem dir schon seit zwei Minuten voraus ist und dein Kopf dementsprechend die Farbe eines Pavian-Popos angenommen hat.

Große Yogaklassen mit vielen durchgeyogten Frauen sorgen oft für einen Rennpferd-Effekt: Alle wollen mit dem schnellsten, kräftigsten Pferd mitziehen. Auch du.

Aber vor allem möchtest du doch so gerne richtig fit werden. Die nächste Bikini-Saison winkt schon mit ungebräunten Puddingarmen und je mehr Chaturangas (yogische Liegestütze) du jetzt machst, desto besser sieht dein Bizeps im nächsten Urlaub aus. Newsflash: Du bist im falschen Studio gelandet. Hast Yoga und Sport, Mudra und Muckibude durcheinander gebracht.

Zugegeben:

In einer Yogawelt, in der ständig neue „Challenges“ ausgerufen werden, in der du per Instagram oder Facebook dazu aufgefordert wirst, täglich Unterarmstände zu üben oder beim Detox-Marathon mitzumachen, ist es nicht leicht, den sportlichen Gedanken aus der Praxis rauszunehmen. Alles zielt auf Wettbewerb ab.

Wenn dein Ehrgeiz dich immer noch in jeder Yogaklasse in Mach-3-Geschwindigkeit überholt, dann stell dir ein paar gewissenhafte Fragen: Möchtest du vielleicht eigentlich Ausdauersport machen? Benötigt dein Körper ab und zu die maximale Auslastung? Vielleicht wären 30 Minuten auf dem Crosstrainer eine tolle Ergänzung zu deiner Yogaklasse und genau der Kick, den du brauchst um noch mehr Achtsamkeit leben zu können.

Vielleicht sind aber auch besonders Yogahaltungen wie die Childs Pose (Haltung des Kindes) oder Vrksasana (der Baum) für dich auf dem Programm, um ein wenig Innenschau, Balance und Geduld zu üben.

Eine weitere Idee für alle Rennpferd-Yogis: Besuche ab und zu eine Yin Yoga Klasse oder versuche dich an Kundalini. Andere Yogarichtungen trainieren nämlich auch andere Muskeln. Den „lieb-sein-Muskel“ zum Beispiel.

Du merkst selbst: Ich plädiere gegen den „Yoga als Sport“-Trend.

Ich sage: Lieb sein. Vor allem zu dir selbst und deinem wunderschönen Körper. Übe deine Achtsamkeit mit noch mehr Hingabe als dein Vinyasa. Nimm das Tempo raus. Lass deinen Atem das Yoga-Flugzeug steuern, nicht dein Ego.

Es ist offiziell. Ich bin Fan. Lieb sein ist der letzte Schrei in dieser Saison. Und auch in der nächsten oder übernächsten. Das Schönste an diesem Trend: Es ist ein Outfit, das jedem steht!

 

Der Text ist im Original im Yoga Deutschland Magazin erschienen.


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6 Kommentare

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6 Kommentare

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Steffi 31. Mai 2016 - 9:47

Liebe Christina,
ein toller Beitrag! Bin selbst erst seit kurzem Yogini (kannte das Wort noch garnicht :) ), habe mich aber zum Glück auch direkt für Lieb-zu-mir-Yoga entschieden. Zum Glück gibt es bei mir im Yogastudio auch genau diese Schwingungen, nämlich, dass Seele und Wohlbefinden immer im Vordergrund stehen und nicht, wer den Schulterstand am längsten aushält :) liebe Grüße, Steffi von der Obergine

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Christina Waschkies 31. Mai 2016 - 9:47

Lieb-zu-mir-Yoga hört sich toll an! :) Schön dass du ein Studio gefunden hast, wo das praktiziert wird.
Liebe Grüße, Christina

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Milena 25. Juni 2015 - 9:47

sooooo gut Dein Artikel !!! Spricht mir aus der Seele :-) Ich liebe auch das Lieb Sein Programm <3

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Christina 26. Juni 2015 - 9:47

Toll, Milena. Ich glaube es gibt das neue “Lieb sein” Movement. Und wir sind ein Teil davon! Yeah!

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Sandra 13. Mai 2015 - 9:47

Yoga ist wirklich nicht gleich Yoga und es hat eine Weile gedauert bis ich die richtige Yogaschule/ Lehrerin für mich gefunden hatte! Ich verfolge auch die Challenges auf Instagram und bin fasziniert von der Körperspannung. einiger Menschen. Das ist nicht die Art von Yoga die ich praktiziere, trotzdem schaue ich mir die Fotos gerne an.
Wichtig ist, dass man seine Intention hinterfragt und das Richtige für sich findet.

Ganz liebe Grüße
Sandra

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Cathrin 5. Mai 2015 - 9:47

Du sprichst mir aus der Seele. Ich habe Yoga in Andalusien entdeckt und bis dahin überhaupt nicht mitbekommen, das dies in Deutschland ein Riesentrend ist. Jetzt schwanke ich zwischen Liebe zu dem, was ich da für mich gefunden habe, und Abneigung gegen dieses ganze ‘szenige’ Lifestyle-Yoga-Getue — hippe Klamotten – Challenges – Yoga-Szene-Sprech wie ‘Retreats’ und ‘Assists’ und der ganze andere Kram gehen mir ehrlich gesagt …. ziemlich auf den Geist — die Lösung ist dann wohl: das richtige Yogastudio zu suchen … werde ich mal in Angriff nehmen. Tolle Seite übrigens !!

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