So kommt im ersten Babyjahr keine Langeweile auf

von Christina Waschkies
2 Kommentare

Letztens schrieb ich mir mit einer Yogalehrerin ein paar Emails hin und her. Inklusive Foto von Dora im Anhang, ist klar. Bekommt jeder. Ob er fragt, oder nicht. Sie gratulierte mir ganz herzlich und schrieb, dass sie sich auch noch sehr gut an diese Zeit erinnern könne. Erstes Babyjahr und so. Es sei etwas langweilig gewesen, aber die gute Art von Langeweile.

Da war er! Der unausgesprochene Satz.

Trotzdem glaube ich, dass es vielen Mamas so geht: Von einem vollgepackten Berufsleben in die Baby Bubble. Du schwankst zwischen Überforderung und Unterforderung. Erlebst manchmal vielleicht, als Erst-Mama, Gefühle von Isolation. Vor allem wenn du, wie ich, mit deinem Mann in eine neue Stadt gezogen bist, ein paar Monate nach der Geburt. Nicht in deiner gewohnten Umgebung bist und Oma und Opa um die Ecke hast.

Und wenn du, wie ich, nur Teilzeit-Elternzeit hast und nebenbei dein geliebtes Business aufrecht erhalten möchtest, dann wird es manchmal brenzlig. Du hast sau-viel zu tun und sau-wenig Zeit. Gleichzeitig möchtest du dich dem entschleunigten Zustand deines Kindes anpassen und mit ihm total im Jetzt leben. Große Diskrepanz. Und an manchen Tagen ist der Monkey Mind eben im Langeweile-Modus. Oder Unterforderungs-Modus. Oder Isolations-ich-tu-mir-leid-Modus. Nenn es, wie du magst.

Darf man das laut sagen? 

Ok, Klartext: Mir fällt an manchen, seltenen Tagen die Decke auf den Kopf. Manchmal, nicht immer. Es gibt unzählige Tage, da gibt es nichts Schöneres sich als super entschleunigt durch den Tag zu kuscheln. Mein Kind ist wundervoll, ich liebe es inbrünstig und könnte es den ganzen Tag anglotzen. Aber du bist mit voll gezogener Handbremse aus deinem Hamsterrad genommen und da kann der Affe im Kopf manchmal richtig Terz machen. Wenn du keine Ahnung hast, wie so ein Tag mit Baby/Kleinkind aussieht, dann lies mal diesen Text hier: Was ich den ganzen Tag mache, wenn ich mit meinem Baby zu Hause bin

Eins ist sicher: So wenig Kontakt zur Außenwelt wie im ersten Babyjahr hat man normalerweise nicht. Ausnahmesituation. Manchmal zähle ich die Minuten rückwärts bis ich endlich den Schlüssel in der Tür höre. Ahhh! Endlich ein Erwachsener! Mein Mann ist da! Hurraaah!

Und ich denke, dass es mir in meiner Heimatstadt Hamburg genau so gehen würde, wie hier in Hannover, nur im totalen Umkehrschluss. Was auch nicht gut wäre. In Hamburg war ich manchmal total überfordert davon, wie viele Menschen mich zum Lunch und Kaffee treffen wollten, obwohl ich erst mal schauen wollte, dass ich mit meiner kleinen Dora gut klar komme. Das Phänomen nennt man Freizeitstress.

Hier ist es das Gegenteil. Manchmal ist mein Highlight des Tages den Rossmann zu stürmen oder das Elsternest in der Pappel gegenüber von unserem Balkon genau zu studieren. Versteht mich jetzt bitte nicht falsch. Ich sage es noch mal: Mein Kind ist ganz wunderbar und unterhaltsam und wirklich humorvoll und auch schon sehr sehr lustig und ich bin fasziniert von ihr und allem was sie macht.

Aber alle 10 Tage passiert es mal, dass ich sterbensgelangweilt bin. Und das veranstaltet mein eigener Geist mit mir, und nicht die äußere Situation.

 

Was dann hilft?

  • Rausgehen. Am besten in die Weite. Wenn das nicht geht, tut es auch ein Trip zum Rewe oder Budni oder Rossmann. Oder ab auf den Spielplatz, mit anderen Muttis zusammen weiter langweilen. Hauptsache raus aus der Situation.
  • Such dir eine Mama-Baby-Yoga-Gruppe, so wie ich die mit Ayse von Soulfulyoga hier in Hannover. Ich hab ganz wundervolle Mamas und Babys dort kennengelernt.
  • Werde Tourist in deiner eigenen Stadt. Ich war letztens mit meiner kleinen Maus im Sprengel Museum hier in Hannover und wir hatten echt eine gute Zeit. Dora fand vor allem die Nanas von Niki de Saint Phalle super. Wahrscheinlich wegen der großen Brüste, sowas mögen Babys ja.
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  • Sich klarmachen, dass auch Langeweile ein legitimer Zustand ist. Vielleicht sogar ein ganz spiritueller? Vielleicht ist Langeweile die Ruhe im Kopf, die wir uns immer wünschen? Und nur unser Affe kann es einfach nicht ertragen, dass nichts passiert? Hm. Something to think about.
  • Podcast hören. Entweder den “Happy, Holy & Confident” Podcast von Laura Malina Seiler. Dora LIEBT Lauras Stimme und hört super gerne zu, und ich selbstverständlich auch. Oder von den “In Good Health” Podcast von Dr. Janna Scharfenberg oder “Das pure Leben” von Andrea Morgenstern oder “Celebrating Yin” von Kristin Woltmann oder den veganen “Friede, Freude, Süßkartoffel” Podcast von Claudia Renner. Puff! Da hast du was zu tun!
  • Wenn du in einer Kleinstadt mit randvollen Babygruppen wohnst, werde selber aktiv. Ich war mir irgendwann für nichts mehr zu fein und habe eine Anzeige auf eBay Kleinanzeigen geschaltet. Jetzt hab ich eine neue Mama Freundin, mit der ich auf Spielplätzen abhängen kann. Cool, was?
  • Buch dir ein Mama-Baby-Yoga-Retreat, die liebe Kathrin von Momazing ist dafür Spezialistin. Im Moment bietet sie gerade keins an, aber schau einfach immer mal wieder bei ihr vorbei.
  • Das Baby irgendwie zum Schlafen bringen (Trage funktioniert doch irgendwie immer oder?) und dann was Famoses für dich machen. Neiiiin, kein hundertster Rundgang durch die fröhliche Instagram Welt. Meditation oder sowas. Ich empfehle dir eine Geh-Meditation wie diese hier von meiner lieben Freundin Saskia:
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Was machst du, wenn dir die Decke auf den Kopf fällt? Irgendwelche Tricks, die ich kennen sollte? Wenn ja, teile sie doch in den Kommentaren mit mir.

Manchmal fällt uns Mamas mit Baby zuhause die Decke auf den Kopf. Das kannst du gegen Langeweile mit Baby unternehmen!

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2 Kommentare

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2 Kommentare

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Dieter Brehm 1. Juni 2017 - 9:47

Jaaaa, Langeweile hätte ich auch gerne mal wieder….
Viele Grüße, Dieter (Vater von 3 Kindern)

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Christina Waschkies 1. Juni 2017 - 9:47

haha, ja ich glaube auch mit dem zweiten hört es dann auf mit der Langeweile :D

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