Alles ist ok, oder? Wie wir mit der Kraft des Schreibens wieder in Kontakt zu uns kommen.

von Anna Maria Walcher

Die Tage werden kürzer. Natur zieht ihre Kräfte in sich zurück. Und wir entdecken wieder unsere
Freude am hyggeligen Leben. Die Zeit der Innenkehr beginnt und so lenken wir auch gerne unsere
Konzentration auf uns, unsere Gedanken, Sorgen und Wünsche. Selfcare steht an oberster Stelle! Nur
wie finden wir einen Weg zu dem wirklichen Ich? Wie lässt sich Nähe zu uns selbst und Ordnung in
unserem Inneren herstellen? Wo sind Fremdeinwirkung und was möchte ich wirklich aus freien
Stücken?

Schreiben hat etwas Magisches an sich

Die Fantasie ist grenzenlos. Die Wörter fühlen sich unterschiedlich an. Loses Papier oder Notizbuch.
Einmal losgelassen bist du im Idealfall geduldig und ohne zu urteilen, dein stiller Zuhörer. Egal ob, mit
Journaling Fragen, morning pages nach Julia Cameron, free-writing-Methode, Dankbarkeitstagebuch,
Wunschliste, Roman, Kindergeschichte oder Haikus – bei jeder einzelnen Form des Schreibens
kommst du dir ein Stück näher.

Nähe zu dir finden

Beim Schreiben ist man zwar allein jedoch nicht einsam. Du bist bei dir. Vergleichsweise wie in
Shavasana. Mit Stift und Papier darfst du dich genauso, wie du gerade bist, kennenlernen. Die
Anteile, die lange verborgen waren, kommen nun zu Wort und langsam lässt sich die Verbindung zu
deiner Seele aufbauen beziehungsweise stärken.

Ordnung wiederherstellen

Die Vergangenheit nagt, die Gegenwart ist unrund und die Zukunft kaum zu erwarten. Schreiben ist
im hier und jetzt. Es ist ein in Aktion treten. Notizen, To-do-Listen, plus und minus Listen,
Nacherzählungen oder Szenarien aufschreiben. Alles bringt dich in den Ordnungsmodus. Gedanken
werden neu aufgereiht, abgeschwächt oder verstärkt. Die Verwirrung kann weichen. Und du sieht ein
klein wenig klarer.

Befreiung von Sorgen und unguten Gedanken

Du darfst träumen. Was geschehen ist, kannst du neugestalten. Dir neues ausdenken. Warum nicht
100 Jahre weiter und ins Weltall denken? Wie würden sich deine Sorgen auf dem Mars anfühlen?
Schlüpf in eine Rolle, auf einen neuen Planeten, versink in deine Fantasie!
Befreie dich von deinen Sorgen und den Gedanken, die du nicht magst, dich lähmen, dich
einschränken. Journaling Fragen helfen dir auf die Spur zu kommen, was dich wirklich hemmt.
Können dir aufzeigen, wo deine Ziele und deine Prioritäten liegen.

Heilung durch Schreiben

Zweck des Schreibens ist das Schreiben selbst. Sobald du damit etwas erreichen willst, beginnst du
bereits den Vorgang zu kontrollieren. Es geht nicht um den nächsten Bestseller, Blogbeitrag,
Instagram Post, sondern um das Schreiben selbst. Ein Brief, Gedanken, Wünsche, eine Fantasiereise,
eine neue Figur. Denk dich höher, weiter, größer, kleiner, bunter… deinem Schreiben sind keine
Grenzen gesetzt. Es ist vielmehr ein Kennenlernen, aufspüren eine stille Unterhaltung mit dir selbst.
Heilsam und nährend.
Achtung: Sorry Babe, es kann sein, dass es dir wie Schuppen von den Augen fällt, dein Leben sich
ändert und du dich neu ausrichten beginnst.

Morning Pages

Es ist nicht notwendig sich in eine Geschichte zu verkopfen. Zahlreiche Schreibmethoden und
Impulse können dir als Werkzeuge dienen. Heute möchte ich dir die Anleitung zu den Morning Pages
von Julia Cameron geben. „Der Weg des Künstlers“ ist ein zwölf Wochen Programm, das sich
bestimmten Themen widmet, mit Fragen, neuen Erkenntnissen beschäftigt und zu einem
wöchentlichen Künstlertreff aufruft. Die Morgenseiten sind bereichernd, aufwühlend, nährend,
nervig, magisch! Probiere es aus.

Was du brauchst:
Block DIN A4, Stift, Raum und Zeit für dich, ca. 15 Minuten täglich.

Ablauf:
Frisch aufgewacht schnappst du dir Block und Stift und schreibst drei ganze Seite einfach voll. Ohne
den Stift zu heben. Du schreibst. Fehler sind egal. Was du schreibst muss nicht zusammenhängend
sein. Freies Schreiben. Gedanken. Geräusche. Niemand achtet auf Satzzeichen und Grammatik.
Schreiben, schreiben, schreiben.
That’s it!

Eure Anna

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