Buchempfehlung: Dieser Mensch war ich

von Julie Meyer Christian
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Das Buch wurden uns zum Rezensieren zur Verfügung gestellt. Dieser Beitrag enthält Affiliate Links*.

Ich hätte mal Katholik bleiben sollen – eine Buchempfehlung: Als Katholik, da wußte man woran man war. Allerdings auch, woran man nicht war, wenn man das ganze mit etwas Abstand auf sich wirken ließ.

Meine Kirchenerfahrung würde früh negativ von einer „Pinguinschwester“ (O-Ton The Blues Brothers), nämlich Schwester Margaret, geprägt. Vor der und ihrem Unterricht im Keller der Kirche hatte ich Angst und den polnischen Pastor, der immer versuchte uns auf den Scheitel zu küssen, fand ich eklig.

So bin ich dann, irgendwann mündig und steuerzahlend, aus dem Club ausgetreten und habe es bis heute auch wenig bis gar nicht bereut. Bis ich in der Zeitung von einer Kommission las, die tote Päpste heilig spricht. Wahnsinn. Wo gibt’s denn so was? Anscheinend bei den Katholen. „Kanonisierung“ heißt das ganze Verfahren bombigerweise.

Dagegen wirkt mein einstiger Lebensentwurf auf meine alten Tage meine Rente als yogierende Lara Croft aufzubessern, umgeben von jungen, männlichen und vorwiegend mit freiem Oberkörper arbeitenden Archäologie Studenten, irgendwie recht blass und unglamourös.

Ich werde also umsatteln. Denn ich bin ja schon so ein kleiner Adrenalin-Junkie.

Eine Frage bleibt: wie werde ich unauffällig wieder Mitglied in dem Verein? Und wie komme ich als Frau und Yogi schnell im Vatikan in diese Elite Einheit und das noch als Kardinal? Spätestens jetzt denken die meisten wahrscheinlich: „Mann-o-meter, die Yogatante dreht jetzt aber wieder ganz schön am Rad…“

Das ist natürlich nicht auszuschließen, aber hauptsächlich liegt das an dem Buch, das ich gerade vor ein paar Tagen zu Ende gelesen und gleich an meine Mutter verliehen habe. Wenige Bücher besetzen derart intensiv meinen freien Gehirnspace und lassen mich so nachdenklich zurück:

„Dieser Mensch war ich“ (Nachrufe auf das eigene Leben) von Christiane zu Salm, ehemalige MTV-Geschäftsführerin von Deutschland, nun u.a. ehrenamtliche Sterbebegleiterin für das Lazarus-Hospiz in Berlin. Nach langer Zeit in der Unterhaltungsbranche, die zwar glitzerig und aufregend, wie sie ist, manchmal doch an Tiefgang vermissen läßt, ließ sich Christiane zur ehrenamtlichen Sterbebegleiterin ausbilden. Gemeinsam mit ihrer Schwester hatte sie die Idee, Menschen am Ende ihres Weges in Hospizen zu besuchen und sie selbst ihren eigenen Nachruf schreiben zu lassen.

Diese Aufzeichnungen gehen ans Herz.

Manchmal habe ich geweint, manchmal war ich ärgerlich, alle haben mich sehr berührt. Es führt einem sehr deutlich vor Augen, daß jedes Leben lebens- und liebenswert ist. Das jeder Mensch, egal aus welchen Verhältnissen er stammt, was für ein Leben er gelebt hat, gehört werden darf.

Christiane zu Salm schreibt zu Recht als Vorwort „Dies ist kein Buch über das Sterben, sondern über das Leben.“ Über das Leben in all seinen Facettierungen, hell und schattig, mit seinen Hoffnungen und Enttäuschungen.

Und wir, die wir am Leben sind, die kalte Winterluft ein- und ausatmen können, dürfen uns – und nicht nur jetzt, wo alles beschaulich besinnlicher wird – Gedanken darüber machen, ob wir bisher genug aus unserem Leben gemacht haben?

Lebst Du das Leben, das Du führen möchtest?


Das Buch bekommt ihr hier:
Dieser Mensch war ich – Nachrufe auf das eigene Leben*
Goldmann Verlag
ISBN: 978-3-442-31350-1

 

 

 

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