Herbstblues – oh No!

von Anna Maria Walcher

Die Natur legt sich schlafen. Die Kräfte ziehen sich ins Innere zurück. Viele sind für die kühle
Jahreszeit noch nicht bereit. Es ist nass, nebelig und trostlos. Aber stimmt das wirklich? Wo liegen die
Vorzüge dieser Monate? Ganz klar in der Ruhe, Klarheit und Innenschau. Es wird Zeit, diese Energie
für sich zu nützen. So bunt wie der Herbst sind deine Möglichkeiten, um dir dein Leben hyggelig zu
gestalten.

Yoga: Fokus auf den Körper

Ein Zuviel ist schnell erreicht und wird häufig übersehen. Oft starten wir in den Tag, machen dies, das
und verschiedene Dinge, bis wir erschöpft zuhause ankommen, den Fernseher anschalten und die
Füße hochlegen. Selten nehmen wir uns auch hier die Zeit nachzufragen, wie es uns eigentlich gerade
geht.
Was hilft, ist ein Kennenlernen! – Jeden Tag aufs Neue hast du die Möglichkeit, dich neu
kennenzulernen und wenn nötig auch wieder Verbindung aufzubauen. Einfache Körperübungen
können dich dabei unterstützen. Hier eine Auswahl:

Child Pose

Position A:

Lege dich in der Kindhaltung auf deine Matte. Starte mit den Armen neben deinen Körper. Atme ein
und aus. Spür den sanften Druck deines Brustkorbs und Bauchraums gegen deine Oberschenkel. Stell
dir vor du schmilzt von der Wirbelsäule zu den Seiten hinunter, tief in die Erde, tief bis zu deinen
Wurzeln und noch tiefer in die Stille. Atme ein und atme lange aus.

Position B:

In der Kindhaltung strecke nun deine Arme nach vorne aus. Veranker deine Hände. Finger für Finger.
Spür deine Fingerkuppen, den sanfter Druck deines Zeigefinger- und Handballens auf der Matte.
Hebe den Kopf soweit an, so dass er mit den Oberarmen in einer Linie ist. Atme nun bis fünf zählend
ein und aus. Nimm wahr, was kommt. Halte diese Position für einige Minuten.

Cat-Cow-Flow

Der Klassiker unter den Yogabewegungen. Positioniere dich in den Vierfüßler-Stand. Gerade
Ausrichtung: Handgelenke und Schultern in einer Linie, ebenso Knie und Hüfte. Konzentriere dich auf
dein Steißbein. Mit der langen Ausatmung rollst du deinen untersten Wirbel ein. Du ziehst das
Steißbein nach vorne zum Bauchnabel und rollst so Wirbel für Wirbel in einen runden Rücken. Kinn
zum Brustbein. Atme ein und beginn die Wirbelsäule zurückzurollen. Beginne beim Hals und gehe
über in Brust- und Lendenwirbelsäule, bis du dein Steißbein wieder nach hinten hoch aufrollen
kannst.

Atemübungen – Pranayama

Gezielte Atemübungen bewirken Ruhe und diese Stille beziehungsweise Leere, von der man immer
wieder liest und hört. Eine schöne Möglichkeit diese zu erreichen ist die Bauchatmung.

Bauchatmung

Lege dich auf den Rücken. Wahlweise können die Füße aufgestellt werden. Deine Hände ruhen auf
dem Bauch. Schließe die Augen und atme bewusst tief ein und lange aus. Zähle mit und finde deine
Atemlänge. Mit der Zeit baust du einen sanften Druck mit deiner Hand gegen deinen Bauch aus. Beim
Einatmen spürst du den Widerstand deiner Hand. Kraftvoll und voll atmest du ein und möchtest
dabei deine Hand wegdrücken.
Alternativ kann ein Kissen auf Höhe der Lendenwirbelsäule gelegt werden. Das öffnet noch ein wenig
mehr den Raum rund um deinen Bauch und Organe.

Auftanken im Wald

Die Heilkraft der Natur ist einzigartig. Die frische Luft, das raschelnde Laub unter den Füßen und die
bunte Farbenpracht der Bäume, sind wahre Energie Booster!
Ein Aufenthalt im Wald ist herrlich und so erholsam. Oft reicht ein Spaziergang von 15 Minuten schon
völlig aus, um vom tristen Alltag raus zu kommen. Es sind die Terpene, also die Botenstoffe der
Bäume, die wir über unsere Haut aufnehmen. Sie wirken, neben dem entspannenden Grün, wie
Balsam für unsere Seele. Das Herz schlägt langsamer, das vegetative Nervensystem beruhigt sich und
das Immunsystem stärkt seine Abwehrkräfte. Zudem sinkt der Blutdruck sowie das Stresshormon
Kortisol. All‘ dies bewirkt ein zur Ruhe kommen und dabei die Muse sich besser wahrnehmen zu
können und zu reflektieren.

Erdige Düfte und Farben. Fluffige Mooskissen und knackende Äste. Rieselnde Nadeln und buntes
Laub. Es gibt so vieles, was einen Waldspaziergang unersetzlich macht. Insbesondere die Stille im
Wald ist wohltuend. Für ein besseres Körpergefühl, inklusive Gleichgewichtstraining, sorgt ein
Spaziergang auf unregelmäßigen und nachgiebigen Boden. Einssein mit der Natur und loslassen.
Atmen.

Im nächsten Beitrag geht es um Möglichkeiten schreibend dem Herbstblues entgegenzutreten
beziehungsweise ihn für sich zu nützen. Stay tuned.
Herzlichst eure Anna

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