Feiere und würdige dein So-Sein

von Anna Maria Walcher
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Seien wir ehrlich: So ein Jahreswechsel bringt ordentlich viel Druck mit sich. Da hat man die Weihnachtszeit mit den vielen Besuchen und dem unglaublich vielen Essen überstanden, wälzt sich auf dem Sofa herum und dann zack kommt die Langeweile gepaart mit der Unzufriedenheit. Die Gedanken schwirren und präsentieren Neujahrsvorsätze, wie zum Beispiel mehr Sport, weniger Körpergewicht, mehr Ausdauer, Rauchentwöhnung, Ordnung halten, ein besonders ehrgeiziges Jahreseinkommen und so weiter. Jeder hat seinen eigenen kleinen Kritiker, der einem genau sagt, was man zu tun hätte. Nur wieviel Optimierung verträgt die eigene Seele?

Von einem Ritual zum Nächsten

Ein Mittel, um den Flow der Vorsätze zu starten, ist es mit dem Entrümpeln zu beginnen. Schnell wird Marie Kondo auf Netflix gestartet oder ein Feng-Shui Buch aus dem Regal entstaubt. Vielleicht noch schnell einige Rituale zu den Raunächten vollführt. Man beginnt aus zu sortieren und räumt herum, putzt und bereitet alles für den zeremoniellen Ritus der Silvesternacht vor. Das neue Jahr soll viel versprechend sein. Altes wurde bereits abgeschüttelt, neu verstaut oder zum Flohmarkt gegeben. Neues hat jetzt wieder mehr Platz im Leben. Wünschen, Vorstellungen und Sehnsüchte tanzen Pirouetten im Kopf.

Räume, ordne und betrachte dein Inneres

Versteht mich bitte nicht falsch – zu entrümpeln hat definitiv etwas Heilsames. Nur oft übersehen wir in der Räumwut die Gefühle, die dabei entstehen, wenn man zum Beispiel Erinnerungsstücke noch einmal genauer betrachtet und das Erlebte in seinen Gedanken wiederholt. Trenne dich von Dingen, ordne deine Gegenstände neu an und dann nimm dir Zeit für dich, deinen Körper, deinen Geist und deine Seele. Schau genau hin. Nimm dir täglich abends die Zeit, auch in dir zu räumen, zu ordnen, und betrachte dich in deiner glanzvollen Fülle!

Über-sich-selbst-Schreiben

Erlaube dir, du zu sein, ganz du und du wirst erkennen und akzeptieren, was du in dir vorfinden wirst, ohne dich zu verurteilen. Selbstakzeptanz, Zufriedenheit oder vielleicht auch Gleichgültigkeit, im positiven Sinn, ermöglichen dir in deine eigene Magie einzutauchen. Du siehst deine Gedanken, deine Wünsche und erkennst, was keinen Platz mehr in dir hat. Erlaube es dir, so zu sein wie du bist! – diese Haltung bewirkt so viel in dir, für dich und andere. Du erlebst Frieden mit und in dir, ohne gegen dein Selbstbild ständig anzukämpfen.

Zur Übung

Nimm einen aufrechten Sitz ein. Atme bewusst ein und aus. Lass deinen Kiefer entspannt, öffne leicht den Mund und schüttle deinen Kopf ganz schnell hin und her, ein Ton entsteht. Lächle. Zieh dein Gesicht so fest zusammen, als würdest du in eine besonders saure Zitrone beißen. Reiße den Mund auf, strecke die Zunge heraus, die Augen rollen nach oben und versuche wie ein Löwe zu brüllen. Lächle erneut.

Dann beginne mit folgendem Satz: „Ich räume, ich ordne, ich lasse los,…“.

Führe eine Art Protokoll und fasse nochmal zusammen, wie du dich bei deinem Aufräumen und Entrümpeln gefühlt hast. Welche Gegenstände haben besonders deine Aufmerksamkeit bekommen und warum? Wo hast du dich schwergetan und was fiel dir leicht. Oft entdecken wir noch, dass es allein mit dem Entfernen eines Erinnerungsstücks nicht getan ist. Meistens steckt da noch etwas in dir fest, was dein Körper als Last trägt, deinen Geist beschäftigt, deine Seele berührt.

Spieglein, Spieglein an der Wand

Auch dein Körper ist ein Speicher voller Erinnerungen. Hier lässt sich zwar anatomisch gesehen nicht viel neu anordnen aber deine Sicht auf deinen Körper kann sich neu formatieren. Bitte versuche dich in dieser Übung. Sieh selbst, ab wann du vom neugierigen Erfahren zum Urteilen kommst. Breche ab und wiederhole die Übung ein anderes Mal wieder. Wenn dir das Betrachten deines eigenen Spiegelbildes schwerfällt, dann beginne bitte mit einer Körperstelle, von der du weißt, dass sie dir gefällt oder zumindest nichts Negatives in dir hervorruft. Ich mag zum Beispiel meinen Fuß Rist und meine Fußknöchel, ich bin so dankbar – was haben die bereits geleistet in meinem Leben.

Dein Gesicht

Es ist ein Multikommunikator. Du nutzt dein Gesicht tagtäglich – du sendest und du empfängst. Du zeigst dich und du siehst. 

„Man kann nicht nicht kommunizieren.“

Erstes Axiom von Paul Watzlawick

Wann hast du dich das letzte Mal im Spiegel angesehen und so getan als würdest du dein Gesicht zum ersten Mal sehen. Zugegeben, es gibt Morgen, da sieht auch mich eine Fremde aus dem Badezimmerspiegel an.

Zur Übung

Stell dich zu einem Spiegel oder nimm einen Handspiegel. Schließe die Augen. Atme bewusst durch die Nase lange ein, halte die Luft kurz an, dann atme aus. Wiederhole so lange, bis du das Gefühl hast, ruhig geworden zu sein. 

Öffne sanft deine Augen und betrachte dich so als wäre es das erste Mal. Welche Formen, Rundungen, Erhebungen kannst du entdecken? Hast du Sommersprossen oder Muttermale? Schmückt eine Narbe dein Gesicht? – Welche Geschichte steckt dahinter?

Spüre mit deiner Hand, deinen Fingern die Linien in deinem Gesicht bis zu deinen Ohren hinauf. Wer hat dein Gesicht berührt, wie fühlt es sich an, wenn du deine Wange berührst und dich leicht dagegen lehnst? Was haben deine Augen gesehen? Was hat sich in deine Netzhaut eingebrannt? Was haben deine Ohren gehört? Welche Fratzen kannst du ziehen? Kannst du eine Augenbraue heben oder mit der Nase wackeln? 

Bleib dir treu

Die Dinge, mit denen wir uns umgeben, haben oft mehr Bedeutung als nur ihren reinen Nutzen. Gehe in die Tiefe und ordne und entrümple, auch deinen Körper, Geist. Hilf deiner Seele los zu lassen. Nimm wahr und freue dich. Sei neugierig und offen. Denke daran: Es gibt nichts vor dir selbst zu verbergen oder zu verleugnen. 

Feiere und würdige dein So-Sein!

Herzlichst Anna

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