The life you have ordered is temporarily not available

von Julie Meyer Christian

Focus im Leben The life you have ordered is temporarily not available. 

Es gibt so Tage. Wir kennen sie alle. Da steckt man plötzlich mittendrin in einer Phase im Leben, wo sich scheinbar alles gegen einen wendet: Das Auto streikt, Jobs brechen unerwartet weg, Freunde benehmen sich merkwürdig, die Haare wollen einfach nicht wie man selber, beim viel versprechenden Date mit dem tollen Mann merkt man, daß dieser nur die Ex-Freundin verdrängen möchte, kein Urlaub in Sicht, das Konto leerer als sonst schon… diese Liste lässt sich beliebig weiter und in individueller Heftigkeit fortsetzen, trivialer oder wirklich unfassbar ernst.

Es ist schwierig in diesen Momenten nicht zu verzweifeln. Es wäre so viel einfacher sich tief in dieses Tal mit hinab sinken zu lassen. Mit viel Nougatschokolade, einem weichen Sofa und einer großen Packung Taschentücher, um dort erstmal zu bleiben und es sich gemütlich zu machen.

Wenn man aber genau hinguckt, falls man das noch aus den zugeweinten Klüsen, die mal Augen waren, machen kann, können genau diese Dinge und diese nervenaufreibenden Situationen einem dabei helfen, eben diesen verlorenen „Drishti“ (den Fokuspunkt) im Leben wiederzufinden. Es sind große Neon-Leuchtreklame-Schilder, die Dir etwas sagen möchten. Und sie sind so groß, weil Du vorher einfach keine Zeit und keine Lust hattest, hinzugucken und sie wirklich wahrzunehmen.

Ein sehr lieber und schlauer Mensch hat mir letztens gesagt: „Es sind niemals die Dinge von außen, die uns ins wanken bringen. Es ist immer unsere Reaktivität auf die Umstände.“ Aha. In meiner Sprache also: wie Menschen auf Dich reagieren (oder wie sie es nicht tun), wie schwierig der Punk in Deinem Leben auch gerade sein mag, es hängt NUR von Dir ab, wie weit Du diese Umstände an Dich heran lässt und wie Du auf diese reagierst.

Wie ätzend bitte.

Bedeutet letzten Endes, dass ich zwar auf alles wie ein Tourette-Patient fluchen kann, aber wenn ich aus diesem Tal wieder hoch ans Licht will, muß ich mir das funktional-fürchterliche Bergsteiger Outfit anziehen, inklusive der hässlichen Outdoor-Klettsandalen mit Inkamuster.

Ich muß an MIR arbeiten. Buh. Aber leider logisch. Denn alles im Außen kann ich leider (und ich meine wirklich leider) nicht kontrollieren. Aber ich kann alles was in mir passiert kontrollieren (zumindest könnte ich das, theoretisch). Klein angefangen mit dem Atem (Pranayama) und größer gedacht kann man z.B. versuchen, in konfrontativen Situationen, innerlich einen Schritt zurückzutreten und sich kurz zu fragen: hat dieser Alarm jetzt wirklich mit mir zu tun oder fährt mein Gegenüber gerade seine Gefühlsmuster hoch (die wir alle besitzen, durch Erziehung, Konditionierung etc.), die aber in Wirklichkeit mehr mit ihm selbst zu tun haben, als mit mir? So ein Idealverhalten wird nicht immer möglich sein, gerade wenn man selbst emotional verwickelt ist und man ja auch seinen eigenen Gefühls- und Verhaltensmuster besitzt, die man sich über Jahre liebevoll herangezüchtet hat und aus denen es sich auch nicht so easypeasy aussteigen läßt.

Aber selbst nur mit dieser Idee im Hinterkopf, fängt man an, anders nachzudenken. Es ist ein bisschen so wie mit „Denke nicht an rosa Elefanten!“ und genau jene tanzen dann Tango auf Deinen Synapsen. Man fängt an Umstände und Situationen, aber auch Menschen anders zu betrachten. Im zweiten Schritt kann es ganz viele Dinge im Leben relativieren und irgendwann mag man vielleicht feststellen, daß sich das Drama im Leben wirklich auf ein Minimalmaß reduzieren lässt und daß man es tatsächlich selbst in der Hand hat, das eigene kleine und große Glück.

Was mich wieder zu den hässlichen Outdoor-Klettsandalen zurückbringt. Die kann man dann nämlich, oben angekommen, wieder nach hinten in den Schrank schmeißen, um sich stattdessen ein paar Killer-Heels anzuziehen und das Leben weiter tanzen. Bis zur nächsten Talsohle.

 

2 Kommentare

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2 Kommentare

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iris 6. Juni 2013 - 9:47

thumbs up! wieso habt ihr eigntl keine like- und twitterbuttons unter euren beiträgen? spread your words!

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Christina 7. Juni 2013 - 9:47

Liebe Iris, hab ich direkt installiert :) DANKE.

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