Die drei Doshas im Ayurveda: Tridosha

von Janna Scharfenberg

Im zweiten Teil der Ayurveda-Reihe geht es um die drei Doshas (Tridosha), die ein weiteres Kernstück der ayurvedischen Lehre darstellen. Sobald von Ayurveda gesprochen wird fällt automatisch auch dieses fremdartige Wort und die Frage: „Und, welcher Dosha-Typ bist du so?“ 

Wörtlich übersetzt bedeutet Dosha so viel wie „beeinflussender Faktor“ und ist eine Art Bioenergie oder elementare Regelkraft.

Insgesamt unterscheiden wir drei Doshas: Vata, Pitta & Kapha. Die Doshas lassen sich aus den fünf Elementen ableiten (die ihr ja im letzten Artikel schon kennengelernt habt). Deren Eigenschaften beeinflussen die Doshas maßgeblich:

  • Vata → Luft & Raum/Äther (Bewegung)
  • Pitta → Feuer & Wasser (Stoffwechsel)
  • Kapha → Wasser & Erde (Struktur)

Anhand dieser Grundprinzipien sind den drei Doshas ureigene Charakteristika und Aufgaben in unserem Körper zugeordnet:

  • Vata → Bewegungsprinzip
  • Körperlich
  • Wachheit, Bewegung, Lebendigkeit
  • Atmung, Lidschlag, natürliche Bedürfnisse
  • Geistig/Psychisch
  • Wachheit, Begeisterungsfähigkeit
  • Pitta → Stoffwechselprinzip
  • Körperlich
  • Stoffwechsel, Verbrennung/Verdauung, Wärmehaushalt, Energie
  • Geistig/Psychisch
  • Zielgerichtetheit, Emotionen, Intelligenz
  • Kapha → Strukturprinzip
  • Körperlich
  • Formgebung, Struktur, Zusammenhalt, Flüssigkeit
  • Gelenksschmiere, Feuchtigkeit der Haut etc.
  • Geistig/Psychisch
  • Ausgeglichenheit, Stabilität, Gedächtnis

Jeder Mensch hat alle drei Doshas – in individuell unterschiedlicher Ausprägung- in sich vereint. Befinden sich die drei Doshas in Balance so ist man laut der ayurvedischen Medizin gesund.
Individuelle Dysbalancen hingegen erzeugen Disharmonien (Unwohlsein), die bei zunehmender und anhaltender Störung zu Erkrankungen führen können. Daher ist es wichtig seine eigene Grundkonstitution zu kennen und dementsprechend durch Ernährung, Lebensweise ausgleichend und im Einklang mit der eigenen Urkonstitution zu leben. Je nachdem welches Dosha vorherrscht spricht man von drei verschiedenen Typen: Vata-Typ, Pitta-Typ und Kapha-Typ.

Charakteristika der drei Konstitutionstypen:

  • Vata-Typ
  • Leichter, schmalgliedriger Körperbau
  • Schlank
  • Feine Haare
  • Unregelmäßiger Appetit
  • Neigt eher zu Verstopfungen oder Blähungen
  • Leichter Schlaf
  • Handelt schnell, flatterhaftes Wesen, gesellig
  • Kreativ, wach, ruhelos
  • Schnelles begreifen von Sachverhalten, gutes Kurzzeitgedächtnis, schlechtes Langzeitgedächtnis
  • Schwankende Willenskraft, schnell nervös & gestresst
  • Pitta-Typ
  • Mittlerer Körperbau, gut proportioniert
  • Guter Hunger & schnelle Verdauung, liebt regelmäßige Mahlzeiten
  • Robuste Stoffwechselfunktion
  • Guter Schlaf
  • Wärmegefühl
  • Gute Auffassungsgabe
  • Sehr intelligent und scharfsinnig
  • Ehrgeizig, „Anführer“-Typen
  • Neigen zu Eifersucht
  • Kapha-Typ
  • Kräftiger, manchmal schwerer Körperbau
  • Neigen zu Gewichtszunahme
  • Regelmäßige Verdauung
  • Kräftiges Haar
  • Gutes (Langzeit-)Gedächtnis, langsame Auffassungsgabe
  • Ruhig und ausgeglichen
  • Neigt zu zu viel Schlaf
  • Gutes Durchhaltevermögen
  • Neigen zu Bequemlichkeit und evtl. Lethargie

Wahrscheinlich erkennt ihr euch mehr oder weniger in einem Typen wieder- es gibt aber natürlich auch jegliche Mischtypen (z.B. Pitta-Vata-Typ, Kapha-Pitta-Typ, etc.)
Die Konstitutionsanalyse wird durch einen ausgebildeten Ayurveda-Arzt oder Therapeuten mittels eines ausführlichen Gesprächs, Zungen-, Antlitz-, und Pulsdiagnose durchgeführt. Basierend darauf werden persönliche Gesundheitsempfehlungen, Kräuterpräparate, Yogaübungen etc. ausgearbeitet.
Im kommenden Artikel werde ich euch die einzelnen Konstitutionen und Empfehlungen für Ernährung etc. vorstellen.
Bis dahin lasst es euch gut gehen – auf dass der Frühling nun endlich kommt ☺

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