Die fünf Elemente im Ayurveda

von Janna Scharfenberg

„Ayurveda“- dieses Wort scheint in aller Munde, egal ob in der Medizin, Wellness-Bereichen oder wenn es um Ernährung geht. Doch um was handelt es sich bei diesem fremdartigen Wort überhaupt? Was sind diese Doshas, die immer mal wieder auftauchen? Panchakarma-Kur, schon mal gehört? Und steckt da überhaupt mehr dahinter als warme Ölmassagen und ein wohltuender Stirnguss? Ja, eine ganze Menge! Und zwar so viel, dass es nicht in einen Artikel passt sondern in mehrere!

Mit dieser Artikelreihe möchte ich euch einen Einblick in die Vielfalt und uralte Tradition des Ayurveda geben. Im ersten Teil werdet ihr etwas über die Geschichte, Philosophie und allgemeine Grundprinzipien erfahren. In den folgenden Berichten werden Themen wie die drei Doshas, Ernährung, Krankheitsprozesse und präventive Maßnahmen vorkommen. Ich wünsche euch viel Spass und tolle Einblicke in die spannende ayurvedische Welt!

 

Einführung:

 

Auf Sanskrit bedeutet „Ayus“ Leben und „Veda“ Wissenschaft, daher ergibt das zusammengesetzte Wort so viel wie die „Wissenschaft des Lebens“. Dies umfasst neben einem kompletten medizinischen System auch philosophische, psychologische, spirituelle und soziologische Ansätze. Der historische sowie geographische Ursprung dieser Heilkunst ist in Indien zu finden. Die ayurvedische Lehre versteht sich aber als System, welches überall und jederzeit anwendbar ist. Das ayurvedische Wissen wurde Jahrtausende lang mündlich überliefert und später in den vedischen Schriften von indischen Rishis (spirituell erleuchtete Personen) festgehalten.

 

Ayurvedische Medizin:

 

Medizinisch gesehen versteht sich der Ayurveda als eine ganzheitliche Gesundheitslehre mit dem Ziel Körper, Geist & Seele zu harmonisieren und Balance im täglichen Leben zu schaffen. Besonders hervorzuheben ist der undogmatische Ansatz- es gibt kein „muss“ im Ayurveda! Hauptaugenmerk ist die Förderung der Achtsamkeit gegenüber sich selbst und Anderen. So lernt man individuell zu erkennen was der eigenen Person & Gesundheit gut tut. Es ist also eine Wissenschaft der täglichen Lebensführung, die nicht erst greift wenn die ersten Symptome und Zipperlein auftreten sondern einen stark präventiven Charakter hat, so dass Krankheiten Idealerweise gar nicht erst entstehen.

 

In der klassischen ayurvedischen Medizin finden sich folgende Bausteine wieder:

 

  • Ernährung: Individuell, natürlich, vollwertig
  • Verhalten: Tages-, Jahreszeiten-, Lebensphasenabhängig, Biorhythmus
  • Bewusstsein: Yoga, Pranayama, Meditation
  • Medizinische Präparate: Heilpflanzen, Mineralien
  • Sinne: Aroma, Klang & Musik, Geschmack, Farben
  • Reinigung: Panchakarma, ausleitende Präparate, Diäten, (Öl-) Anwendungen
  • Städtebau: Vedischer Städtebau, ökologische Landwirtschaft

Das Kernstück der ayurvedischen Medizin stellen die fünf Elemente dar:

 

  • Feuer
  • Wasser
  • Erde
  • Luft
  • Äther (Raum)

Jedes der fünf Elemente bringt typische Charaktereigenschaften mit:

 

  • Feuer: Energie & Wärme
  • Wasser: Das Flüssige & Befeuchtende
  • Erde: Das Feste, Geformte, Schwere
  • Luft: Das Leichte, Gasförmige, sich bewegende
  • Äther: Der Hohlraum

 

Mikrokosmos & Makrokosmos:

 

Zudem betrachtet die ayurvedische Lehre den Menschen als Mikrokosmos (quasi als eigenes Universum) im Makrokosmos (unsere Erde/ Umwelt). Daraus wird gefolgert, dass die fünf oben genannten Elemente der Natur (Makrokosmos) auch in uns (Mikrokosmos) gleichermaßen zu finden sind:

Feuer: Stoffwechsel (z.B. Verdauung), Intelligenz (Stoffwechsel des Geistes)
Wasser: Verdauungssäfte, Speichel, flüssige Bestandteile des Blutes
Erde: Feste Strukturen (Knochen, Knorpel, Muskeln, Haut, Haare)
Luft: Bewegung (Herzschlag, Ein & Ausatmen, Muskelbewegung)
Äther: Alle Hohlräume (Nase, Atemwege, Brust- und Bauchraum, Magen-Darm-Trakt)

Im nächsten Artikel werdet ihr erfahren wie sich die fünf Elemente zu den drei Doshas Vata, Pitta, Kapha formieren und wie diese unsere individuelle Konstitution beeinflussen.

Photo by Lisa Hobbs on Unsplash

4 Kommentare

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4 Kommentare

Happy Healthy Monday: Gesund mit Yoga & Ayurveda 13. April 2015 - 9:47

[…] in uralten Überlieferungen auf. Er befasst sich mit dem reichhaltigen präventiven Charakter der ayurvedischen Medizin. Eine typgerechte und saisonale Lebensweise trägt zu einer gesundheitsfördernden Lebensweise bei. […]

Antworten
Was ist Ayurveda? Teil I – In Good Health 4. Februar 2015 - 9:47

[…] meiner Kolumne für das Happy Mind Magazine habe ich eine mehrteilige Artikel Serie über die Vielfalt und Grundlagen dieses Medizinsystems […]

Antworten
Die Doshas im Ayurveda: Tridosha bezeichnet drei Konstitutionstypen 3. Juni 2013 - 9:47

[…] oder elementare Regelkraft. Insgesamt unterscheiden wir drei Doshas: Vata, Pitta & Kapha. Die Doshas lassen sich aus den fünf Elementen ableiten (die ihr ja im letzten Artikel schon kennengelernt habt). Deren Eigenschaften beeinflussen […]

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Irene 2. Mai 2013 - 9:47

eine sehr schöne zusammenstellung. vielen dank für deine mühen. (:

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