Dezember mit Yama-Niyama-Gedankenklimbim

von Anna Maria Walcher

Der Dezember ist ein wunderbarer Monat. Es ist die Zeit im Jahr, die dir zum einen die Möglichkeit der Innenschau, Ruhe und Stille bietet. Und zum anderen hast du noch mal die Möglichkeit Gas zu geben und ganz auf dich konzentriert Altes zu verabschieden, Projekte abzuschließen und allmählich neue Ideen in die Kinderschuhe zu packen. Hier spreche ich nicht von abzuarbeitenden „To do’s“ von Belangen im Job und Familie, sondern von Gedanken, Ideen und Projekten, die nur dich betreffen! Was hat dir das Jahr 2019 persönlich geschenkt? – Nütze die Kraft des Dezembers und entdecke dein Feuer, nimm wahr wo genau deine Leidenschaft brennt und wo du Lebendigkeit spürst.

Dezember – was bist du für eine helle Dunkelheit!

Für mich ist dieser Monat ein Heiligtum. Nicht wegen der Adventszeit oder Weihnachten, nein dem messe ich persönlich keine Wichtigkeit zu, sondern es ist und bleibt der letzte Monat eines Jahres. Hier spüre ich, wie es an mir zieht, mir ab und an die Luft wegbleibt und gleichzeitig große Freude und Lebendigkeit aufkommt. Dies ist die Zeit, in der ich Licht in das Dunkle bringt, aussortiere, selektiere, um neu strukturiert in das neue Jahr zu steuern, dabei sind die Werte der Yamas und Niyamas von großer Wichtigkeit!

Zeit für einen kurzen Exkurs soll sein: 

Patanjali definierte den 8-gliedrigen Königsweg beginnend mit den Yamas und Niyamas (Empfehlungen im Umgang mit anderen und mit sich), den Asanas (Körperübungen), Pranayama (Arbeit mit der Lebensenergie), Pratyahara (Rückzug der Sinne) und Dharana (Konzentration), Dhyana (Meditation) bis zu Samadhi (Einssein mit dem höheren Selbst). Der Dezember bietet dir in seiner ganzen Fülle, die Möglichkeit in allen Bereichen deinen Weg zu definieren. 

Die Werte werden neu gemessen.

Beobachte dich mit dem Aspekt der Yamas. Wie gehst du mit anderen um? Frage dich: Bist du wahrhaftig? Stiehlst du jemanden kostbare Zeit? Wie sprichst du über andere? Was und wie viel verlangst du? Was sind deine Ansprüche? 

Trete du einen Schritt zurück und prüfe im Sinne der Niyamas, wie du dir selbst begegnest. Kümmerst du dich um deinen Körper? Wie steht es mit deiner Zufriedenheit? Wo ist deine Selbstdisziplin, für was brennt dein inneres Feuer? Reflektierst du dein Tun, deine Gedanken? Übst du Hingabe zum Göttlichen, ganz egal, was auch immer das für dich bedeutet? 

Komme dir einen Schritt näher.

Nütze die Tage im Dezember. Ein Jahr will beendet werden und ein nigelnagelneues Jahr steht bevor. Nimm die Sehnsucht nach Innenschau wahr. Genieße die Stille. Drück für 15 Minuten auf die Stopptaste. Und vergiss den Stress und den Berg an Aufgaben, der noch vor dem Jahreswechsel, Nein was sag ich, vor die Feiertage noch erledigt werden will. Komme dir mithilfe der Technik des automatischen Schreibens bzw. den Yama-Niyama-Journaling Fragen auf die Schliche. Vielleicht entdeckst du ja neue Ideen, versöhnst dich und schließt alte Projekte ab.

Nimm dir Papier, Stift und 15 Minuten.

Setzte dich aufrecht hin. Schließe deine Augen. Atme regelmäßig ein und aus. Komm in den Vierfüßler Stand und beginne dich individuell zu bewegen. Lass die Bewegungen dynamischer werden. Strecke dich. Atme immer kräftiger ein und aus. Werde hörbar: Knurre, schnaufe, fauche oder zische die Luft aus. Grinse und freue dich!

Zieh zurück in Balasana und strecke die Arme nach vorne. Hebe den rechten Arm zu Seite und lass ihn unter deinen linken Arm zur linken Seite gleiten. Deine Schläfe auf den Boden. Spüre die Dehnung in den Schultern und Oberarmen. Wechsel die Seite.

Komm in Balasana. Arme am Körperseitenrand. Zieh nach oben. Hände vor das Herz. Begrüße dich!

Nimm dir Papier und Stift zur Hand wähle spontan einen Satzanfang aus dem Yama bzw. Niyama Paket und schreibe 5 Minuten wild drauf los! Wenn du nicht mehr weißt, was du schreiben sollst, ja dann schreibe genau diesen Satz. 

Satzanfänge aus dem Yama bzw. Niyama Paket:

Yama – Ich begegne anderen ….

  • Ahimsa – gewaltlos sein bedeutet für mich …
  • Satya – Wahrheit ist für mich …
  • Asteya – an anderen schätze ich sehr …
  • Brahmacharya – es ist wichtig maßzuhalten, weil …
  • Aparigraha – Anspruchslosigkeit bedeutet für mich …

Niyama – Ich begegne mir…

  • Saucha – Reinheit bedeutet …
  • Santosha – ich bin zufrieden mit … 
  • Tapas – mein inneres Feuer brennt für …
  • Svadhyaya – ich lerne von mir …
  • Ishvara Pranidhara – Hingabe zum Göttlichen bedeutet für mich …

Achte darauf wie du über andere und dich schreibst. Was du denkst. Sortiere deine Glaubenssätze aus, wandle die negativen in positive um. Gehst du mit anderen so um, wie du auch gerne behandelt werden möchtest? Versteckt sich wo eine Ungerechtigkeit? Zeigt sich eine Lösung? Bist du fair zu dir und anderen? Wo siehst du Potenzial? Präsentiert sich eine Idee?

Ein Akt der Versöhnung.

Ich entdecke immer wieder neues und bin überrascht, was in meinem Kopf als wahr gilt. Die Richtlinien der Yamas und Niyamas sind, wie ich finde, wunderbare Werte, an denen man sich getrost orientieren kann. Nur oft unter- bzw. überschätzt man sich selbst und so zum Beispiel stiehlt man keine Zeit mehr von jemand anderen oder lässt sich selbst bestehlen. Sage die Wahrheit und gestehe sie auch dir selbst gegenüber ein. Erlebe die Energie deiner Leidenschaft, deines Feuers. Weniger zu beanspruchen, maßzuhalten, dabei ist noch keinem ein Zacken aus der Krone gefallen. Lerne von dir, versöhne dich mit deinen Gedankenmonstern, schreite stolz mit aufpolierten Werten und strahlenden Ideen in das neue Jahr!

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Fotocredit: STIL via Unsplash.com.

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