Energieboost: Beginne den Tag mit Dinacharya, der Ayurveda Morgenroutine

von Christina Waschkies
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Ich bin viele, viele Jahre morgens nur sehr schwer aus dem Bett gekommen. Das Unglaubliche dabei war: Je länger ich schlief, desto schwerer fiel es mir, aufzustehen. Irgendwann hat es mir gereicht und ich wollte morgens neue Gewohnheiten etablieren. Eine Morgenroutine ist wahre Selbstliebe und erst mal vielleicht nicht so leicht zu etablieren. Aus genau aus diesem Grund habe ich angefangen, die Kirtan Kriya Meditation für 40 Tage zu praktizieren – diese Meditation löst nämlich alte Muster und Blockaden und hilft, neue Gewohnheiten zu etablieren.

Laut Yogi Bhajan, (dem Lehrer, der Kundalini Yoga im Westen bekannt gemacht hat), dauert es 40 Tage, um sich eine neue Eigenschaft anzugewöhnen und 90 Tage, um sie zu meistern.

“Maintain a positive attitude with promoting habits for 40 days and you can change your destiny.” –  Yogi Bhajan

Im Ayurveda, der indischen Heilkunst, werden folgende Rituale für Morgenmuffel empfohlen, um den Zyklus von Tag & Nacht optimal für den menschlichen Organismus zu nutzen. Diese Routine nennt sich Dinacharya.

Vor der Sonne aufstehen

Wer es schafft, sich 20 Minuten vor Sonnenaufgang aus dem Bett zu rollen, der nutzt die Vata-Zeit des frühen Tages optimal – diese geht nämlich bis kurz vor 6. Das Vata Dosha besteht aus den Elementen Luft & Äther und steht für Bewegung, Aktivität & Kommunikation im Ayurveda. Es gibt einem den besten Kickstart in den Tag. Wer nach 6 Uhr aufsteht, fällt wieder in die Kapha-Zeit (die aus Erde und Wasser besteht)  – und diese repräsentiert Ruhe und Schwere, aber leider eben auch Trägheit, wenn man zu dieser Zeit noch im Bett liegt. Das Aufstehen fällt demnach schwerer.

Das morgendliche Pflegeritual

Im Ayurveda wird empfohlen, sich der Morgenhygiene mit Ruhe und Selbstliebe zu widmen. So beginnt man mit einem kurzen Besuch der Toilette. Danach steht die Reinigung an – Ölziehen, Zunge schaben, Nasenspülung und Zähne putzen. Danach ein großes Glas abgekochtes, warmes Wasser. Wenn du Leitungswasser nimmst, bitte benutze, wenn möglich, nur gefiltertes. Ich benutze einen Tischaufsatzfilter von The Local Water*, der wirklich fantastisch schmeckendes Wasser ausspuckt, das keine Rückstände von Pestiziden, Medikamenten oder Hormonen mehr enthält. Denn die magst du nicht in der Nase haben. :)

Dem folgt eine 10 Minuten Körpermassage mit Kokos- oder Sesamöl. Diese Selbstmassage fördert Jugendlichkeit, Gesundheit und gibt ein gutes Gefühl. Nach der Ölmassage einfach (wenn du kannst, kalt) duschen und fertig.

Morgens meditieren

Die Zeit vor 6 Uhr morgens ist optimal, um den Geist für eine Meditation zu öffnen. Die Leichtigkeit, die Vata mit sich bringt, macht es besonders einfach. Es ist die beste Zeit, um neue Bewusstseinsebenen kennenzulernen. Wer die morgendliche Routine in sein Leben einziehen lässt, wird dem Tag gelassener und mental gestärkt entgegenblicken können. Auch hier reichen kurze Meditationen, wie die eben erwähnte Kirtan Kriya.

Positive Gedanken pflegen

Ein paar Minuten kreatives Schreiben machen den Geist frei und klären ihn, um positive Affirmationen für den Tag zu integrieren. Julia Cameron hat dieses kreative Schreiben in ihrem Buch Der Weg des Künstlers* vorgestellt und ich schreibe jeden Morgen ein paar Zeilen, um alles loszuwerden, was sich in der Nacht angesammelt hat. Der beste Weg ist, einfach draufloszuschreiben, ohne groß nachzudenken. Du wirst merken, dass nach ein paar Tagen die Worte einfach aus dir herausfließen und Dinge kommen, die dich wirklich erstaunen. Danach kannst du dir noch drei Dinge notieren, für die du dankbar bist. Notiere dir ebenso ein Wort, wie du dich heute fühlen möchtest. Frei, leicht, liebevoll – was auch immer da sein mag. Dies kannst du als Tagesaffirmation und Mantra benutzen.

Frühstück

Das Frühstück sollte warm und bekömmlich sein, ein gekochter Getreidebrei, mit wärmenden Gewürzen verfeinert, ist perfekt! Durch warme Speisen wird unser Herzchakra gewärmt. In dieser Gegend liegt auch die Thymusdrüse und dies wirkt sich auf unser Gemüt aus. Dir wird regelrecht “warm ums Herz”. Deswegen eignet sich das kalte Müsli, der Smoothie oder das schwer verdauliche Vollkornbrot auch weniger, denn wir befinden uns jetzt ja in der Kapha-Zeit. Zu schwer Verdauliches belastet den Organismus und macht wieder müde.

Zeit nehmen 

Die volle ayurvedische Morgenroutine scheint erst mal zeitintensiv, aber ebenso ist nichts davon in Stein gemeißelt. Wer nur die Hälfte oder ein Viertel davon schafft, fährt schon ziemlich gut und kann wirklich stolz auf sich sein. Wie Yogi Bhajan schon sagt: Versucht es 40 Tage, und die neue Eigenschaft wird sich integrieren. :)

Lesetipp: Franziskas Morgenroutine gibt dir bestimmt noch weitere wertvolle Tipps. Und mein absolutes Lieblingsbuch für ayurvedischen Lifestyle ist übrigens Selbstheilung mit Ayurveda: Das Standardwerk der indischen Heilkunde*

Dieser Artikel ist im Original am 27. Feb 2013 erschienen. Enthält Affiliate Links*. 

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Georgia 4. Oktober 2017 - 9:47

@ Carina: Vielen Dank. Also weg von der äußeren Uhr hin zur inneren Uhr.
Ist nur schwer, wenn Menschen Schlafstörungen haben, da kommt ja doch einiges durcheinander, manchmal hilft dann ein äußerer Rhythmus ganz gut. Das ist die eigentliche Motivation meiner Frage gewesen :)

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Carina Preuss 30. September 2017 - 9:47

Hallo ihr lieben,
@ Georgia, ja die Zeitverschiebung geht nicht einfach so an uns vorbei. Dinarcharya richtet sich nach der Sonnenuhr, das heißt eigentlich ist sie sogar ein wenig verschoben, je nachdem an welchem Ort man lebt. In Wien steht die Sonne z.B. schon ca 20 Minuten früher im Zenit als in Frankfurt. Wenn die Zeitumstellung dann kommt, muss man sich wieder eingrooven und am besten spürt ihr in euch hinein, denn irgendwann ist der Punkt an dem es kippt (Vatazeit zu Kaphazeit, also Leichtigkeit zu Trägkeit) und man wieder träger wird deutlich zu spüren. Bei mir ist es je nach Sommer oder Winterzeit zwischen 6 und 6:30 Uhr.

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Doris 26. September 2017 - 9:47

VIelen Dank für den Artikel! Ich fühle mich jetzt richtig motiviert meine Morgenroutine trotz (oder wegen) Baby wieder aufzunehmen :-) Was ich mich schon immer gefragt habe , aber nicht rausfinden konnte: gibt es auch eine ayurvedische Abendroutine?
Liebe Grüße aus Wien, doris

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Christina Waschkies 29. September 2017 - 9:47

Liebe Doris, schön dass dich der Artikel inspiriert hat! Für den Abend finde ich immer das Kochen einer warmen, gemüsigen Mahlzeit schön (eine leichte Suppe ist perfekt) und vielleicht eine goldene Milch. Die Ayurvedis gönnen sich gern vor dem Schlafengehen eine Fußmassage mit Ghee. Das soll einen entspannten Schlaf fördern. Probier es einfach mal aus. Liebe Grüße, Christina

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Georgia 24. September 2017 - 9:47

Vielen Dank für diesen Input..
Was mir nicht ganz klar ist, wie es sich mit den den Zeiten Vata, Kapha, Pitta und der (nun bald wieder anstehenden) Zeitumstellung verhält? Gelten im Sommer andere Zeiten als im Winter (also 7.B. dann 5 statt 6 Uhr)? Der Körper richtet sich ja eigentlich nicht nach der Uhr oder?
Einen guten Start in die Woche und in die Vatatime :)
Georgia

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Christina Waschkies 26. September 2017 - 9:47

Gute Frage! Ich glaube, dass die Zeiten gleich bleiben, aber müsste es jetzt selbst mal recherchieren.

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Minnie 22. März 2017 - 9:47

Kalt duschen wird nicht empfohlen, sondern möglichst heiß, um das Öl abzuwaschen. Bitte besser informieren.

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Nicole 27. Mai 2015 - 9:47

Guten Morgen Christina,
was kommt denn zuerst? Meditation und dann Wasser und Bad oder umgekehrt?
Besten Dank für die Klärung.

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Christina 27. Mai 2015 - 9:47

Liebe Nicole, für mich kommt erst Abhyanga, dann duschen, dann meditieren. Ist aber eine persönliche Präferenz, erst den “Tempel” zu reinigen und dann zu meditieren. ;) Kann man glaub ich handhaben wie man will.

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